Die Eingewöhnungszeit

Das Kind muss sich an neue Räume, andere Abläufe und andere Kinder gewöhnen und soll die Tagesmutter als Bezugsperson annehmen. Das ist erstmal viel Stress für das Kind, daher bedarf es viel Einfühlungsvermögen und sollte behutsam vorangehen. Die Eltern entscheiden sich zuerst WER für die Eingewöhnung zuständig ist. Dies sollte in der Eingewöhnung auch nicht geändert werden, weil es für das Kind wieder eine andere Situation wäre und neuer Stress.

Zunächst kommt das Elternteil zusammen mit dem Kind in die Tagespflege und die Tagesmutter versucht sich dem Kind anzunähern, ohne es zu bedrängen. Die Bezugsperson bleibt in unmittelbarer Nähe, um dem Kind Schutz zu bieten, jedoch hält sie sich weitestgehend zurück, um eine Beziehung vom Kind zur Tagesmutter zuzulassen.

An mindestens den ersten zwei Tagen findet kein Trennungsversuch statt.

Erst wenn das Kind auch auf die Tagesmutter zugehen kann, sich von ihr auf den Arm nehmen und vielleicht auch schon trösten lassen kann, ist ein erster Trennungsversuch möglich. Zuerst verlässt  der Elternteil nur für wenige Minuten den Raum und dabei wird geschaut, wie das Kind auf den Trennungsversuch reagiert. Dies ist entscheidend für den weiteren Vorgang. Wenn das Kind diesen Trennungsversuch gut mitmacht, wird am nächsten Tag die Trennung auf 30-60 Minuten ausgedehnt und das Elternteil bleibt in der Nähe. So wird dann fortgefahren mit immer längerem Trennungszeitraum, um zu sehen, ob das Kind die Tagesmutter als weitere Bezugsperson angenommen hat. Wenn dies der Fall ist, kann die Eingewöhnung abgeschlossen werden. Diese Phase kann bei jedem Kind unterschiedlich lang andauern. Die Eltern sollten sich für diese Phase ausreichend Zeit nehmen, um dem Kind keinen Stress auszusetzen.